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Multilaterale Hilfeleistung für Entwicklungsländer: Ein Beitrag zur internationalen technisch-wirtschaftlichen Zusammenarbeit

ISBN/ASIN: 9783663031239,9783663043126 | 1968 | German | pdf | 191/189 pages | 6.17 Mb
Publisher: VS Verlag für Sozialwissenschaften | Author: Hans Bräker (auth.), Heinrich Getz (eds.) | Edition: 1

Die Gesamtproblematik der Entwicklungsländer ist im wissenschaftlichen Schrift­ tum immer wieder herausgestellt, ihre Bedeutung im weltweiten Maßstab besonders hervorgehoben worden, doch hat es sich bei der Analyse der Entwicklungshilfe ge­ zeigt, daß die Leistungen und die Zielsetzungen der nationalen Hilfeleistungs­ programme der Industrieländer dabei allzusehr im Brennpunkt des politischen und wissenschaftlichen Interesses standen. Dadurch ist der wichtige und weite Bereich der multilateralen Hilfe durch die Hilfe­ leistungsprogramme der über- und internationalen Organisationen, die überwiegend von den Industrieländern, daneben aber auch von den Entwicklungsländern selbst finanziert werden, weit aus dem Blickfeld geraten. Die dadurch entstandene Lücke soll durch die nachfolgende Untersuchung wenigstens teilweise geschlossen werden. Ober ihre Ergebnisse läßt sich folgendes feststellen: 1. Der Charakter der Zusammenarbeit zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern ist heute in hohem Maße durch ein ökonomisches Entwick­ lungsgefälle, das ständig steiler wird, gekennzeichnet. Dieser Sachverhalt und der zunehmende Entkolonialisierungsprozeß seit Ende des letzten Krieges haben zu einem bemerkenswerten gegenseitigen ökonomischen und politischen Abhängigkeits­ verhältnis geführt: Während die Entwicklungsländer zur Bewältigung ihrer ökono­ mischen Schwierigkeiten weitgehend auf umfassende Hilfeleistung seitens der hoch­ entwickelten Länder angewiesen sind, können diese viele ihrer politischen Ziele heute nur noch mit Unterstützung der wirtschaftlich schwachen Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, die in den Vereinten Nationen über eine erhebliche Stimmenmehrheit verfügen, durchsetzen. Dies gilt gleichermaßen für die westlichen und für die kommunistischen Länder. Dadurch hat sich das Verhältnis zwischen Industrie- und Entwicklungsländern weitgehend bilateral entwickelt; so wurde zwangsläufig auch die Entwicklungshilfe zu einem politischen Faktor.

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